Laminat Informationen
Laminat InformationenLaminat ist strapazierfähiger als die meisten Bodenbeläge und hält eine ganze Menge
aus. Ob Rotwein, Schuhcreme oder Nagellack – nichts kann einem Laminatboden etwas
anhaben. Selbst brennende Zigaretten lassen ihn völlig kalt. Er ist lichtecht, stoßfest,
weitgehend kratz- und abriebbeständig, also auch nach Jahren noch schön. Aber aufgepaßt!
Laminatboden ist nicht gleich Laminatboden. Gerade in Sachen Qualität gibt es große
Unterschiede am Markt. Auf der sicheren Seite sind Sie immer dann, wenn Sie ein
Markenprodukt erwerben. Im Verband der Europäischen Laminatfußbodenhersteller e.V. (EPLF) Beim klassisch produzierten Laminatfußboden spricht man von einem dreischichtigen Produktaufbau:
Das Dekorpapier gibt dem Laminatfußboden sein individuelles Aussehen. Es gibt viele authentische Holzreproduktionen, aber auch viele interessante Fliesen-Designs und Kreativdekore. Das Overlay aus Melaminharz stellt die eigentliche Laufschicht des Bodens dar. Melaminharz ist ein widerstandsfähiges Material und verleiht dem Laminatfußboden seine enorme Strapazierfähigkeit. Die Trägerplatte bildet die Basis des Laminatfußbodens. Wie der Name schon sagt trägt sie das Dekorpapier und das Overlay und natürlich den Menschen, der später auf dem Fußboden geht. Die Trägerplatte besteht aus stark verdichteten Holzfasern, die man je nach Dichtegrad in HDF (High Density Fibreboard) oder MDF (Medium Density Fibreboard) unterscheidet. Zwischen Trägerplatte und Dekorpapier können verschiedene Papiere integriert werden, wie z.B. eine Trittschall-Kaschierung. Laminatfußböden werden in Dielen hergestellt. Im Produktionsprozess werden die einzelnen Laminatboden-Schichten unter hohem Druck und bei hohen Temperaturen miteinander verpresst. Neben den klassisch produzierten Laminatböden mit einem Overlay aus Melaminharz gibt es es heute auch direkt bedruckte Laminatböden, bei denen die Trägerplatte direkt mit dem Dekor bedruckt und anschließend lackiert wird, elektronenstrahlgehärtete Böden und Laminatböden mit einer Folienoberfläche. Nach der EN 13329 gibt es insgesamt sieben Beanspruchungsklassen, die ganz einfach nach Ziffern unterschieden werden: 21, 22, 23 – 31, 32, 33, 34. Die Klassen 21-23 sind dem Bereich „Wohnen“, die Klassen 31-34 dem gewerblichen Bereich zuzuordnen. Jeder Bereich setzt sich aus den drei Benutzungsintensitäten „mäßig, normal und stark“ zusammen. Beispiel: Klasse 21 = Wohnen bei geringer Nutzung, Klasse 22: Wohnen bei normaler Nutzung usw.
Abriebzahl/AbriebklasseAls Abriebzahl bezeichnet man den Wert, mit dem die Abriebbeständigkeit eines Laminatbodens angegeben wird. Er wird im sogenannten Taber-Test ermittelt und nach der Euro-Norm EN 13329 Abriebklassen zugeordnet. Diese sind ein wichtiger Bestandteil bei der Festlegung von Beanspruchungsklassen, welche den Einsatzbereich eines Laminatbodens kennzeichnen. Die Abriebbeständigkeit ist einer von vielen Faktoren, die zur Beurteilung der Qualität herangezogen werden. AufbauBeim Laminatboden spricht man von einem dreischichtigen Aufbau: 1. Dekorpapier + Overlay, 2. Trägerplatte,3. Gegenzug. Dekorschicht, Overlay und Gegenzug sind mit speziellen umweltfreundlichen Harzen imprägniert. Unter hohem Druck werden sie mit der Trägerplatte verpresst. BeanspruchungsklasseQualitätskategorie nach der Euro-Norm EN 13329, die den Einsatzbereich eines Laminatfußbodens kennzeichnet. Man unterteilt zwischen "Wohnen" und "Gewerblich" bei mäßiger, normaler und starker Nutzung. Anhand von Bildsymbolen werden die Klassen auf der Produktverpackung angegeben. BrandklasseEinstufung der Entflammbarkeit eines Laminatfußbodens in sogenannte Brennbarkeitsklassen. Sie sind vom Hersteller nachzuweisen. Soweit in Produktinformationen der Hinweis Brandklasse DIN 4102-B1 auftaucht, bedeutet dies "schwer entflammbar". DekorBezeichnung für das Aussehen der Oberfläche eines Laminatbodens. Mttels fototechnischer Reproduktion kann ein beliebiges Motiv erstellt und auf ein sogenanntes Dekorpapier gedruckt werden. Daneben können Dekore auch direkt auf die Trägerplatte gedruckt werden. Das Dekorspektrum reicht von authentischen Holz- und Steinreproduktionen bis hin zu individuellen Kreativdekoren. DigitaldruckDigitaldruck bezeichnet ein Verfahren, bei dem das Dekorbild direkt von einem Computer in eine Druckmaschine übertragen wird. Der Digitaldruck wird vor allem für Kreativdekore eingesetzt. DirektdruckDirektdruck bezeichnet ein Verfahren, bei dem bei dem das Dekor direkt auf die Trägeplatte gedruckt wird. Die Oberfäche wird im Anschluss lackiert. DPLAbkürzung für engl. Direct Pressure Laminate (= direkt verpresstes Laminat). Dabei handelt es sich um ein Verfahren, bei dem Dekorschicht und Gegenzug direkt mit der Trägerplatte verpresst werden. EmissionsklasseBegriff, der in Produktinformationen häufig verwendet wird. Die Bezeichnung E1 bedeutet, daß der gesetzlich vorgeschriebene Formaldehyd-Grenzwert von0,1 ppm (= 0,12 mg/m3 Luft) eingehalten wird. Markenhersteller liegen mit ihren Produkten sogar weit darunter. EntsorgungVerlegereste von Laminatböden o.ä. können mit dem ganz normalen Hausmüll entsorgt werden. Komplette, ausrangierte Böden bringt man am besten zur Mülldeponie. Da Laminatböden überwiegend aus Holz bestehen, können sie dort problemlos verbrannt werden. Euro-NormIn der Euro-Norm für Laminatfußböden EN 13329 werden die Kriterien, die an einen qualitativ hochwertigen Boden zu stellen sind, und die entsprechenden Prüfverfahren systematisch und vollständig aufgelistet. Ein wichtiger Punkt dabei ist die Festlegung von Beanspruchungsklassen. Sie ermöglichen dem Verbraucher, ein Qualitätsprodukt zu erkennen und für richtigen den Einsatzbereich auszuwählen. FleckenunempfindlichkeitHinweis auf das Verhalten eines Laminatbodens gegenüber Substanzen, die im täglichen Leben benutzt werden, wie z.B. Lebensmittel, Getränke etc. Von der porenfreien(= geschlossenen) Oberfläche können Flecken jederzeit problemlos entfernt werden. FußbodenheizungLaminatboden ist entsprechend den Herstellerangaben für die Verlegung auf Untergründen mit Warmwasser-Fußbodenheizung geeignet. Der geringe Durchlasswiderstand wirkt sich günstig auf den Betrieb aus. GegenzugBezeichnung für die imprägnierte Schicht auf der Unterseite der Trägerplatte. Diese Schicht trägt zur Formstabilität des Bodens bei. HDFAbkürzung für engl. High Density Fibreboard(= hochverdichtete Faserplatte) Sie wird häufig als Trägerplatte für den Laminatboden eingesetzt. Aufgrund der hohen Materialdichte ist HDF besonders stark belastbar. HPLAbkürzung für engl. High Pressure Laminate(= Hochdruck-Schicht-Pressstoff). Dabei handelt es sich um ein Verfahren, bei dem zunächst Dekorpapier und Overlay mit speziellen Kraftpapieren verpresst werden. Erst in einem zweiten Schritt wird dieser sogenannte Hochdruck-Schicht-Pressstoff auf die Trägerplatte verleimt. KratzfestigkeitHinweis auf das Verhalten eines Laminatbodens gegenüber Kratzeinwirkung. Die Kratzfestigkeit eines Bodens gilt als besonderes Qualitätsmerkmal. Sie wird ermittelt, indem eine Diamantspitze über eine Prüffläche gezogen wird. LaminatUmgangsprachlich gebräuchliche Abkürzung für Laminatfußboden (siehe Aufbau). LichtechtheitHinweis auf das Verhalten eines Laminatbodens gegenüber Lichteinwirkung. "Stufe 6 nach Blauskala" besagt, daß der Boden seine Farbechtheit auch bei intensiver Sonneneinstrahlung weitgehend behält. MDFAbkürzung für engl. Medium Density Fibreboard(= mittelverdichtete Faserplatte). Sie wird oft als Trägerplatte für den Laminatboden eingesetzt und ist leichter als die hochverdichtete Faserplatte (HDF). Nut und FederSeitlich angefräste Profilkonstruktion, die das Ineinanderschieben der einzelnen Paneele ermöglicht. Die Verbindung von Nut und Feder sorgt für eine stabile Bodenkonstruktion und schützt den Boden vor dem Eindringen von Feuchtigkeit. OverlayBezeichnung für die oberste Schicht eines Laminatbodens (auch Lauf- oder Nutzschicht). Das Overlay besteht aus Melaminharz, das dem Boden seine hohe Strapazierfähigkeit verleiht. Es schützt die darunter liegende Dekorschicht. Zudem können Laminatböden, z.B. direkt bedruckte Böden, aber lackiert werden. QuellverhaltenDie Fugen eines verlegten Laminatbodens sind empfindlich gegen Feuchtigkeitseinwirkung. Deshalb sollte man verschüttetes Wasser immer sofort aufnehmen. Die Kanten der Dielen können jedoch beim Verlegen mit einem speziellen Leim behandelt werden, der einen wirksamen Schutz vor Feuchtigkeit bietet. Laminatböden mit speziell bearbeiteter Trägerplatte und Kantenschutz können heute problemlos in Badezimmern und Saunen eingesetzt werden. Raumschall/TrittschallDer Raumschall ist der Klang, der beim Betreten des Laminatbodens im Raum entsteht. Man unterscheidet den Raumschall vom Trittschall. Mit Trittschall bezeichnet man das Geräusch, das beim Gehen über einen Laminatboden in den darunter liegenden Räumen entsteht. Mit speziellen Dämmunterlagen können sowohl der Trittschall als auch der Raumschall reduziert bzw. verändert werden. Reinigung und PflegeDie geschlossene Oberfläche des Laminatfußbodens ermöglicht ein schnelles Reinigen des Bodens. Einfach saugen und gelegentlich wischen – fertig! Beim Wischen darauf achten, daß der Aufnehmer gut ausgewrungen ist. Man bezeichnet dies als "nebelfeuchtes" Wischen. ReparaturStark beschädigte Fußbodenelemente lassen sich vom Fachmann so austauschen, dass optisch keine Unterschiede zur Gesamtfläche erkennbar sind. Zur Behebung kleiner schadhafter Stellen werden Reparatursets angeboten. StoßfestigkeitHinweis auf das Verhalten eines Laminatbodens gegenüber Stoßeinwirkung, beispielsweise beim Herunterfallen eines schweren Gegenstandes. Die Stoßfestigkeit eines Bodens wird im Test durch eine fallende Kugel ermittelt. StuhlrolleneignungSpezielle Gebrauchseigenschaft von Fußböden. Sie wird getestet, indem belastete, weiche Stuhlrollen auf einer Prüffläche rotieren. Nach mehreren tausend Umdrehungen wird der Boden auf Beschädigungen untersucht. Taber-TestKlassisches Verfahren zur Ermittlung des Abriebverhaltens eines Laminatbodens. Dabei rotiert ein Prüfstück unter zwei Abriebrädern, die mit Schmirgelpapier versehen sind. Drehgeschwindigkeit, Typ und Wechsel des Schmirgelpapiers sind vorgeschrieben. Die Anzahl der Umdrehungen bis zu einem bestimmten Punkt, dem IP(= Initial-Point) ergibt die Abriebzahl. Diese wird den Abriebklassen zugeordnet. TrägerplatteMittlere Schicht eines Laminatbodens. Sie besteht aus MDF oder HDF. Auf die Trägerplatte werden Dekorschicht + Overlay (Oberseite) und Gegenzug (Unterseite) verpresst. TrittschalldämmungUnterlagen wie PE-Folien,PU-Matten, Rippenpappe oder Wollfilz sorgen bei einem "schwimmend" verlegten Laminatboden dafür, dass der Trittschall deutlich reduziert wird. Sie können entweder direkt mit dem Boden verbunden oder lose unter dem Boden verlegt werden. Im Handel gibt es eine ganze Reihe trittschallgedämmter Produkte. UmweltfreundlichkeitLaminatfußböden bestehen überwiegend aus Holz. Holz gehört zu den sogenannten erneuerbaren Rohstoffen. Deshalb gilt der Laminatboden als umweltfreundliches und nachhaltiges Produkt und kann sogar recycelt werden. Wie jedes Holzprodukt enthält auch ein Laminatboden Formaldehyd. Die Menge möglicher Emissionen ist jedoch sehr gering und liegt weit unter dem gesetzlichen Grenzwert von 0,1 ppm (= 0,12 mg/m3 Luft), dem sogenannten E1-Wert. WandabstandAbstand zur Wand, der beim Verlegen eines Laminatbodens beachtet werden muss. Die sogenannte Dehnungsfuge gewährleistet, daß sich der Boden – z.B. bei klimatischen Veränderungen – ausdehnen kann. Der Abstand zur Wand sollte mindestens 8 mm betragen. Dieser Wert ist auch bei Heizungsrohren Türzargen, Pfeilern etc. einzuhalten. VerlegenLaminatfußboden wird meistens "schwimmend" verlegt, d. h. der Boden wird anders als z.B. Teppichboden nicht mit dem Untergrund verklebt. Mit Hilfe von Nut und Feder werden die einzelnen Paneele ineinander geklickt. Beim Verlegen bitte unbedingt die Verlegehinweise des jeweiligen Herstellers beachten! VOCVOC ist die Abkürzung für „volatile organic compounds“(= flüchtige organische Substanzen). Dazu zählen z.B. Alkane/Alkene, Aromaten, Terpene, Ester, Aldehyde, Ketone und Halogenkohlenwasserstoffe Wandabschlussleisten / FußleistenSchließen den Boden zur Wand hin ab. Im Handel sind passend zu den Dekoren eine Vielzahl unterschiedlicher Produkte erhältlich. Interessante Effekte erzielt man mit andersfarbigen Wandabschlußleisten. Zigarettenglut-BeständigkeitHinweis auf das Verhalten eines Laminatbodens gegenüber Zigarettenglut. Aufgrund der porenfreien Oberfläche und der hohen Temperaturbeständigkeit des melaminharzbeschichteten Overlays können auf Laminatböden keine sichtbaren Schäden durch glimmende oder ausgetretene Zigaretten entstehen. Quelle:
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